Liebe Leserinnen und Leser,
die Tungsten-West-Aktie kennt seit Anfang 2024 praktisch nur eine Richtung: nach oben. Rund 5.000 Prozent hat der Kurs seit den damaligen Tiefständen zugelegt. Nach einer mehrmonatigen Konsolidierung in der ersten Jahreshälfte hat der Wolframproduzent zuletzt wieder massiv an Dynamik gewonnen. Der entscheidende Kurstreiber: Der britische Staat steigt mit bis zu 71 Millionen Pfund (GBP) ein und macht damit den Weg für die Wiederinbetriebnahme der Hemerdon-Mine frei. Doch das ist längst nicht die einzige gute Nachricht.
Staatlicher Einstieg als Gamechanger
Über den National Wealth Fund investiert die britische Regierung zunächst 36 Millionen GBP in Tungsten West und erhält dafür rund 7,4 Prozent der Aktien. Hinzu kommen eine Kreditfazilität über 25 Millionen GBP sowie die Option auf weitere 10 Millionen GBP. Damit ist die Finanzierung für den Neustart der Hemerdon-Mine in Devon weitgehend gesichert.
Noch wichtiger ist das strategische Signal. London erhält das Recht, bis zu 50 Prozent der künftigen Wolframproduktion abzunehmen, um die heimische Verteidigungs-, Energie- und Luftfahrtindustrie zu versorgen. Der Staat behandelt Tungsten West damit nicht mehr wie einen gewöhnlichen Small Cap, sondern als wichtigen Baustein der britischen Rohstoffsicherheit.
Der kommerzielle Produktionsstart ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, die vollständige Inbetriebnahme der Aufbereitungsanlagen soll im ersten Quartal 2027 folgen.
Wolfram bleibt ein strategischer Rohstoff
Der Zeitpunkt könnte kaum günstiger sein. China dominiert weiterhin große Teile der weltweiten Wolfram-Lieferkette, während westliche Staaten ihre Abhängigkeit reduzieren wollen. Entsprechend bleibt der Markt strukturell angespannt. Zwar haben sich die Wolframpreise nach der regelrechten Explosion im Frühjahr und Sommer zuletzt etwas abgekühlt, das Preisniveau bleibt jedoch historisch hoch.
Auch Zinn liefert zusätzliche Fantasie. Hemerdon soll neben Wolfram erhebliche Mengen Zinn produzieren und damit gleich zwei gefragte Industriemetalle liefern. Für Tungsten West eröffnet das perspektivisch einen attraktiven Cashflow, sobald die Mine im Regelbetrieb läuft.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Die Experten bleiben entsprechend optimistisch. Der Konsens liegt bei „Strong Buy“, das durchschnittliche Kursziel wird bei rund 69 bis 71 Pence (GBX) gesehen. Ausgehend von Kursen um 50 GBX entspricht das einem Potenzial von mehr als 30 Prozent. Die Kursziele reichen bis rund 82 GBX.
Allerdings ist die Aussagekraft des Konsenses aufgrund der geringen Zahl an Analysten begrenzt. Zudem schreibt Tungsten West aktuell noch Verluste. Anleger kaufen daher vor allem die Aussicht auf einen erfolgreichen Produktionsstart.
Charttechnik liefert das nächste Signal
Auch charttechnisch hat sich das Bild zuletzt deutlich verbessert. Nach dem Ausbruch über den Widerstandsbereich bei 40/45 GBX gelang in der vergangenen Woche erstmals seit April 2022 der Sprung über 50 GBX. Jetzt rückt die Marke von 52,40 GBX in den Fokus. Dort verläuft das 61,8%-Fibonacci-Retracement der Abwärtsbewegung seit November 2021.
Gelingt der nachhaltige Ausbruch, wäre der Weg zum Rekordhochs bei 84 GBX frei. Anschließend könnte es weiter in Richtung 100 GBX gehen. Der langfristige Aufwärtstrend ist ohnehin intakt.
Fazit: Spekulativ, aber mit Rückenwind
Tungsten West entwickelt sich vom hochspekulativen Rohstoffwert zunehmend zu einem strategisch unterstützten europäischen Wolframprojekt. Der Staatsdeal reduziert das Finanzierungsrisiko, die Rohstoffperspektiven bleiben attraktiv und charttechnisch ist der nächste Ausbruch greifbar.
Das Risiko bleibt allerdings hoch: Kleine Minenwerte reagieren oft extrem auf Nachrichten, und bis zur stabilen kommerziellen Produktion ist noch einiges zu bewältigen. Wer diese Volatilität aushält, findet bei Tungsten West jedoch einen der spannendsten europäischen Profiteure des Wolfram-Booms. Ein Ausbruch über 52,40 GBX könnte dabei das nächste starke Kaufsignal liefern – mit dem Rekordhoch bei 84 GBX als mittelfristigem Ziel.
Beste Grüße,
Ihr Alexander Hirschler