Liebe Leserinnen und Leser,
Nvidia ist gestern um 2,38 Euro nach unten gerutscht. Minus 1,27 Prozent waren zu verbuchen. Jetzt wird es interessant für das Unternehmen aus den USA, denn Nvidia wird am 26. August die Quartalszahlen präsentieren.
Schon jetzt sind die wichtigsten Parameter quasi bekannt. Nvidia wird im Bericht einen Umsatz in Höhe von gut 91 bis 95 Milliarden US-Dollar ausweisen, so jedenfalls lauten die Erwartungen. Die Nachfrage wird durch die hohen Investitionsausgaben der sogenannten Hyperscaler getrieben. KI-Rechenzentren sind hier das große Thema. Im Jahr 2027 soll nach Prognosen am Markt sogar ein Investitionsvolumen von bis zu einer Billion Dollar erreicht werden können.
Ist Nvidia wirklich günstig bewertet?
Nvidia ist am Markt vollkommen dabei, und insofern dürfte auch bei Nvidia der Umsatz quartalsweise weiter massiv anziehen. Die Massenproduktion der Komponenten im Speichergeschäft, bezogen auf die Architekturen von Blackwell und Vera Rubin, soll bereits stark angelaufen sein. Der Auftragsbestand bis 2027 soll sich auf etwa eine Billion Dollar belaufen. Das Unternehmen hat also die Chance, hier weiter sehr schnell zu wachsen, wie auch dieser Umstand noch einmal belegt.
Fraglich ist bei Nvidia stets, wie attraktiv das Unternehmen an den Börsen tatsächlich ist. Es gibt Stimmen, wonach Nvidia deutlich überbewertet ist. Keine Frage, solche Stimmen sind ernst zu nehmen. Auf der anderen Seite gibt es auch eine Bewertungskennziffer, wonach Nvidia ausgesprochen günstig sein soll. Das KGV liegt aktuell bei circa dem 20- bis 22-Fachen des Gewinns. Ein KGV von 20 ist bei Nvidia ausgesprochen günstig. In früheren Jahren ist das Unternehmen teilweise mit KGVs von 40 bis 70 bewertet worden. Insofern ist Nvidia aktuell wahrscheinlich sogar vergleichsweise günstig.
Kritische Stimmen gehören bei der Nvidia sicher auch dazu
Dazu allerdings gibt es weitere kritische Stimmen. Zum einen ist das Unternehmen bezogen auf das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) recht hoch bewertet. Hier wird ein Wert von 13 angenommen, was schon reichlich ambitioniert ist. Auf dieser Kennzahl sitzt zudem die Erwartung, dass die künftigen Umsätze noch einmal in den bisherigen Ausmaßen wachsen werden. Das ist die Wette, die Investoren Quartal für Quartal mitgehen müssen. Aktuell ist die Investitionsbereitschaft bei den Hyperscalern noch groß genug, um diese Wette mitzugehen. Die Erwartungen werden jedoch in den kommenden Jahren auf keinen Fall in dem bisherigen Tempo weiterhin erfüllt werden können. Fraglich ist, wann das Ende der Wachstumsphase kommt. 2028/2029? Die Wetten bei den Kritikern laufen bereits.
Doch auch aktuell gibt es immer wieder Fragezeichen rund um die Rahmenbedingungen für die Nvidia. Hier wird immer wieder darauf verwiesen, dass die Risiken in der Weltpolitik massiv sind und vor allem auch Nvidia treffen können. Hier geht es insbesondere um China. Bei entsprechenden Konflikten treten immer wieder Spannungen zwischen den USA und China auf. Hier kann es regulatorische Einschränkungen geben, die wiederum Nvidia treffen könnten.
Zudem wird darauf verwiesen, dass Nvidia selbst inzwischen die KI-Branche durch eigene Finanzierungsfonds antreibt. Kürzlich wurde ein 500-Milliarden-Dollar-Fonds initiiert, bei dem große Unternehmen einsteigen sollen. Hier möchte Nvidia also quasi selbst mitfinanzieren. Das kann erfahrungsgemäß auch in die falsche Richtung gehen, wenn die zahlreichen Wetten auf das Wachstum der KI-Branche in sich zusammenfallen.
Am Ende sind Analysten insgesamt der Meinung, dass die Aktie massiv unterbewertet ist. Die Kursziele liegen bei circa 300 Dollar. Die Aktie selbst hat bezogen auf den Dollarkurs sicherlich noch sehr viel Luft, wenn es nach diesen Schätzungen geht. Nvidia wird mit 216,85 Dollar gehandelt, und insofern bleiben die Amerikaner derzeit an den Börsen einer der größeren Favoriten. Der Abstand zu den Kurszielen beläuft sich auf über 80 Dollar, was hier bedeutet, dass die Aktie mehr als 25 % Potenzial hat.
Nach den Zahlen wird die Aktie für gewöhnlich zunächst etwas schwächer gehandelt als zuvor. Dies ist allerdings kein Indikator dafür, dass die Aktie dann nicht hinreichend Luft nach oben hat. Dann werden oft genug Gewinne mitgenommen.
Am 26. August wird nun das nächste Kapitel für das Unternehmen aufgeschlagen. Analysten sind, wie beschrieben, ausgesprochen zuversichtlich.
Mit den besten Grüßen,
Ihr Alexander Hirscher