Börsenwoche: Dieser DAX-Riese zieht plötzlich davon!

Liebe Leserinnen und Leser,

während die Märkte korrigieren, setzt die BASF-Aktie zum Ausbruch an. Seit Beginn des Iran-Krieges hat der DAX-Titel um mehr als 8 Prozent zulegen können. Auf das Jahr 2026 gesehen beläuft sich das Plus bereits auf fast 20 Prozent. Was steckt hinter der starken Performance und wie viel Potenzial hat der Chemieriese jetzt noch?

Sektorrotation und Kaufempfehlungen

Zum einen profitiert der Aktienkurs von der Sektorrotation, weg von hochbewerteten Tech-Titeln hin zu attraktiv bewerteten Substanztiteln. Diese Verschiebung hat sich durch den Iran-Krieg und das zunehmende „Risk-off“-Verhalten noch verstärkt.

Darüber hinaus gab es zuletzt mehrere positive Analystenstimmen für den weltgrößten Chemiekonzern. Zunächst hatte Warburg Research eine Kaufempfehlung für die BASF-Aktie ausgesprochen und das Kursziel von 43 auf 53 Euro angehoben. Begründet wurde dies mit Fortschritten bei den Kostensenkungszielen für das Geschäftsjahr 2026.

In der vergangenen Woche sorgte eine Hochstufung der Deutschen Bank für Aufsehen. Die Analysten schraubten das Kursziel auf 55 Euro nach oben und stufen die Aktie nun mit „Buy“ ein. Nach Einschätzung der Analysten könnte BASF von der Erholung der Margen profitieren, besonders in den Bereichen Chemicals sowie Nutrition & Care.

Restrukturierungen kommen gut an

An der Börse scheint aber auch das laufende Restrukturierungsprogramm gut anzukommen. Bis Ende 2026 sollen die Kosten um 2,3 Milliarden Euro sinken. Dazu passt, dass der Konzern bekannt gegeben hat, seine Beteiligung am britischen Öl- und Gasunternehmen Harbour Energy von 41% auf rund 35% zu reduzieren.  Außerdem soll der Verkauf der Produktionsanlagen am Standort Industriepark Höchst vorbereitet werden.

In Zukunft setzt BASF große Hoffnungen in den Standort China und hat dort vor wenigen Tagen ein neues Werk in Zhanjiang eröffnet, in das insgesamt 8,7 Milliarden Euro investiert wurden. Klar ist: Mit dem starken China-Engagement gehen die Deutschen auch ein gewisses Risiko ein.

Aktienrückkauf und steigender Free Cashflow

Stand heute kommen die Pläne am Markt aber offensichtlich gut an. Das liegt möglicherweise auch an dem großangelegten Aktienrückkaufprogramm, das im November gestartet wurde. Es soll bis spätestens Ende Juni beendet werden und hat ein Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro.

Zudem haben sich die Kostensenkungen bereits positiv in den Zahlen bemerkbar gemacht. Trotz rückläufiger Zahlen bei Umsatz und operativem Ergebnis fiel der Gewinn im vierten Quartal und Gesamtjahr 2025 höher aus als im Jahr zuvor. Dazu erhöhte sich auch der Free Cashflow deutlich von 0,7 auf 1,3 Milliarden Euro.

Für das neue Geschäftsjahr stellte das Management ein gleichbleibendes operatives EBITDA von 6,6 Milliarden Euro sowie einen weiter steigenden Free Casflow von 1,9 Milliarden Euro in Aussicht. Der hohe Barmittelzufluss ist ein Zeichen für finanzielle Gesundheit und Unabhängigkeit.

Was bedeutet das für die Aktie?

Das Chartbild sendet derweil deutliche Kaufsignale. Die Aktie erreichte am Montag ein neues 12-Monats-Hoch und bestätigte den jüngsten Ausbruch aus dem langfristigen Abwärtstrend ab dem Hoch von 2018. Die nächsten Widerstände lauern zwischen 54,04 und 55,06 Euro.

Neben dem positiven Momentum und der bullischen Markttechnik spricht auch die attraktive und stabile Dividende für einen Kauf der BASF-Aktie. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei 4,3 Prozent.

Für mich bleibt BASF daher eine gute Möglichkeit, um von einer wieder anziehenden Nachfrage in Europa und den Wachstumschancen in China zu profitieren. Zumal die Bewertung mit einem Forward-KGV von 15 in meinen Augen nicht zu hoch ist.

Beste Grüße,

Ihr Alexander Hirschler

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