Liebe Leserinnen und Leser,
die Aktie des niederländischen KI-Cloudinfrastruktur-Anbieters Nebius ist in den vergangenen Tagen förmlich explodiert. Seit Anfang Februar ist der Kurs um mehr als 70 Prozent gestiegen. Was sind die Gründe für die Rallye und ist die Aktie immer noch einen Kauf wert?
Nvidia steigt ein
Mitte letzter Woche wurde bekannt, dass der Chipgigant Nvidia 2 Milliarden Dollar in Nebius investiert, um den Aufbau einer großflächigen KI-Cloud-Infrastruktur zu beschleunigen. Die strategische Partnerschaft mit dem großen KI-Dominator verleiht dem Unternehmen nicht nur eine frische Kapitalspritze, sondern auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil im hart umkämpften KI-Infrastrukturmarkt.
Schließlich erhält Nebius durch den Deal bevorzugten Zugang zu Nvidias nächster leistungsstarker Chipgeneration (Rubin-Plattform). Und genau diese Konstellation sorgt nun für den nächsten Megadeal.
Multimilliardendeal mit Meta
Denn zu Beginn der neuen Woche wurde eine Ausweitung der Partnerschaft mit dem Facebook-Konzern Meta verkündet, die es in sich hat. Im November 2024 hatte es bereits einen ersten Vertrag zwischen Meta und dem Neocloud-Anbieter aus den Niederlanden gegeben – seinerzeit mit einem Voluem von 3 Milliarden Dollar.
Der neue Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ein Volumen von sagen und schreibe bis zu 27 Milliarden Dollar. Darin enthalten ist eine fest zugesagte Kapazität von 12 Milliarden Dollar, die Nebius Meta ab Anfang 2027 zur Verfügung stellt.
Darüber hinaus hat sich Meta verpflichtet, zusätzliche KI-Rechenleistung im Wert von 15 Milliarden Dollar abzunehmen, falls Nebius diese nicht an andere Kunden verkauft. Die Infrastruktur wird auf Basis der neuen Nvidia Vera Rubin Plattform aufgebaut und ist einer der ersten großflächigen Einsätze dieser Chip-Generation.
Starkes Wachstum voraus
Die weiteren Aussichten für Nebius sind damit äußerst vielversprechend. Dass sich das Unternehmen in einer starken Wachstumsphase befindet, haben bereits die jüngsten Quartalszahlen gezeigt. Während der Umsatz im Jahresvergleich um 547 Prozent kletterte, gelang auch erstmals der Sprung in die Gewinnzone auf bereinigter operativer Basis (EBITDA).
Bis Ende 2026 strebt das Unternehmen einen jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 7 bis 9 Milliarden Dollar an, außerdem soll die Kapazität vernetzter Rechenleistung auf 1 Gigawatt steigen, bis 2031 sind sogar über 5 Gigawatt vorgesehen.
Institutionelles Vertrauen
Doch nicht nur Nvidia und Meta setzen auf den niederländischen KI-Cloudanbieter, auch institutionelle Investoren vertrauen auf Nebius. Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock hält inzwischen rund 4% der Anteile, wie aus den jüngsten Pflichtmitteilungen für den Monat Februar hervorgeht. Die Beteiligung hat nach der jüngsten Kursoffensive einen Wert von deutlich über 1 Milliarde Dollar.
Ist die Aktie jetzt noch kaufenswert?
Nach einer Kurskonsolidierung von Mitte Oktober bis Anfang Februar ist die Nebius-Aktie in den letzten Wochen wieder kräftig angesprungen und nimmt nun Kurs auf das Oktober-Top von 141,40 Dollar. Bei einem Ausbruch nach oben lägen die nächsten Kursziele bei 180 und 200 Dollar.
Die jüngsten Deals mit Nvidia und Meta Platforms katapultieren den KI-Cloudanbieter in eine neue Dimension. Der Milliardenvertrag mit dem Facebook-Konzern sorgt nicht nur für enorme Planungssicherheit über Jahre hinweg, sondern stärkt auch die Position von Nebius im globalen Wettbewerb um KI-Rechenleistung. Gleichzeitig zeigen die extrem starken Wachstumszahlen, dass das Unternehmen operativ auf dem richtigen Weg ist.
Nach der jüngsten Kursexplosion könnte es kurzfristig zwar immer wieder zu Rücksetzern kommen. Solange der KI-Boom jedoch anhält und die Nachfrage nach leistungsstarker Infrastruktur weiter steigt, bleiben die Perspektiven sehr attraktiv.
Beste Grüße,
Ihr Alexander Hirschler