Börsenwoche: Knappheit, Preismacht und viel Kursfantasie!

Liebe Leserinnen und Leser,

die Aktie des südkoreanischen Speicherchipherstellers SK Hynix befindet sich seit Wochen und Monaten in einer steilen Aufwärtsbewegung. Allein in diesem Jahr hat das Papier schon mehr als 46 Prozent zugelegt. Doch verfügt die Aktie über noch viel mehr Potenzial? Wie sollten sich Anleger nun verhalten?

Speicherchipaktien sorgen für Begeisterung

Aktien von Speicherchipunternehmen sorgen an der Börse seit geraumer Zeit für große Euphorie. Während am US-Markt Micron, Western Digital, Seagate, aber auch Sandisk die Schlagzeilen bestimmen, stehen in Südkorea die beiden Branchenschwergewichte Samsung Electronics und eben SK Hynix im Fokus der Anleger.

Warum diese Aktien derart haussieren, liegt auf der Hand. Durch den rasanten Auf- und Ausbau von Rechenzentren für den Einsatz von KI ist die Nachfrage nach den hierfür benötigten Hochleistungsspeichern (HBM) förmlich explodiert. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem, was zu Engpässen und deutlichen Preisschüben geführt hat.

DRAM-Preise könnten sich annähernd verdoppeln

Anfang Februar gab TrendForce seine neuen Preisprognosen bekannt. Das Marktforschungsunternehmen erwartet, dass die Vertragspreise für konventionelle DRAM im ersten Quartal um 90 bis 95 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen werden. Zuvor lag die Prognose noch bei einem Preisanstieg von 55 bis 60 Prozent.

Und nach Einschätzung von SK Hynix, das den Markt für dynamische Direktzugriffsspeicher zusammen mit Samsung Electronics und Micron dominiert, dürften die Preise für Speicherchips bis zum Jahresende weiter steigen.

Analysten gehen sogar davon aus, dass die Knappheit bis weit ins kommende Jahr hinein anhalten wird, was Unternehmen wie SK Hynix eine große Preissetzungsmacht verleiht. Auch bei künftigen Lieferverträgen dürfte der Konzern in einer sehr komfortablen Verhandlungsposition sein.

Kapazitäten werden ausgebaut

Und um die enorme Nachfrage nach HBM- und DDR5-Speicher bedienen zu können, investieren die Südkoreaner massiv in den Ausbau ihrer Fertigungskapazitäten. Ein erstes Werk eines „Megaclusters“ in Yongin sollte ursprünglich im Mai 2027 fertig werden. Doch der neue Plan sieht vor, dass die Vorserienproduktion im nächsten Jahr bereits im Februar oder März beginnen kann.

Ein großer Vorteil von SK Hynik ist die starke Verflechtung mit dem KI-Giganten Nvidia. Gerade für die neue Chip-Generation „Rubin“ ist SK Hynix als Hauptlieferant von HBM4-Speichern vorgesehen, was dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Was bedeutet das für die Aktie?

Das sehen offenbar auch große institutionelle Investoren so. Der US-Vermögensverwalter BlackRock ist vom Potenzial der Südkoreaner überzeugt und hat die Beteiligung auf 5 Prozent aller ausstehenden Aktien ausgeweitet. Für mich ist das ein klarer Vertrauensbeweis in den aktuellen Chip-Zyklus, der für den Markt Signalwirkung haben dürfte.

Auch ich bleibe sehr zuversichtlich, was die weitere Kursentwicklung der SK Hynix-Aktie anbelangt. Der Titel nähert sich mit großen Schritten einer Bewertung von 1.000.000 Won je Aktie (umgerechnet rd. 693 Dollar). Auf diesem psychologisch bedeutenden Preisniveau könnte es zwar zu Gewinnmitnahmen kommen, diese würden aber in meinen Augen lediglich eine gute Nachkaufgelegenheit darstellen.

Denn mit einem Forward-KGV von 6,5 ist die Aktie selbst nach der Rallye der vergangenen Wochen weiterhin ausgesprochen attraktiv bewertet – gerade auch im Vergleich zu den US-Peers.

Beste Grüße,

Ihr Alexander Hirschler

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