Liebe Leserinnen und Leser,
die Aktie des US-Raumfahrtunternehmens Rocket Lab hat in den letzten Wochen ein furioses Kurs-Comeback hingelegt. Dies gipfelte am Montag in einem neuen Rekordhoch. Was treibt den Space-Titel an und wie viel Potenzial hat die Aktie jetzt noch?
Nach Abverkauf auf neuem Hoch
Es ist gerade einmal einen Monat her, da sah es für die Aktie noch richtig düster aus. Am 21. November endete ein etwa fünf Wochen währender Abverkauf, der zu einem Kursrückgang von rund 50 Prozent führte. Es waren vor allem allgemeine Markteffekte, die Anleger den Verkaufsknopf drücken ließen.
Blasenbedenken und die Sorge vor zu hohen Aktienbewertungen führten vor allem bei starken Momentum-Werten zu deutlichen Kursbereinigungen. Und Space-Titel wie Rocket Lab gehören genau in diese Kategorie: Die Aktie zeichnet sich durch eine hohe Volatilität aus, die sehr sensibel auf Nachrichten reagiert, was zu starken Ausschlägen in die eine oder andere Richtung führen kann.
Die letzten Wochen haben eindrucksvoll gezeigt, wie schnell es für die Aktie auch wieder in die andere Richtung gehen kann. Am Montag zogen die Kurse um knapp 10 Prozent an und erreichten ein neues Allzeithoch bei 78,45 Dollar. Damit hat sich der Kurs der Aktie seit dem November-Tief bei 37,57 Dollar mehr als verdoppelt.
Neuer Mega-Deal befeuert Anlegerfantasie
Der Grund für die momentane Euphorie liegt in einer Vereinbarung mit der zur US-Raumfahrtbehörde gehörenden Space Development Agency. Diese hat Rocket Lab mit dem Bau von 18 Satelliten in einem Volumen von über 816 Millionen Dollar beauftragt. Dieser Deal ist sinnbildlich für den Wandel des Unternehmens von einem reinen Startdienstleister zu einem umfassenden Systemanbieter von Weltraumtechnik.
Dazu blickt Rocket Lab auf eine makellose Bilanz bei seinen Raketenstarts in diesem Jahr. Am Sonntagmorgen wurde ein Satellit für das japanische Unternehmen IQPS ins All befördert. Es war der 21 Start in diesem Jahr und die Erfolgsquote lag bei 100 Prozent.
Die Zahlen zum dritten Quartal haben außerdem untermauert, dass der Konzern sehr dynamisch wächst. Im Berichtszeitraum legten die Erlöse um 48 Prozent auf 155 Millionen Dollar zu und übertrafen damit die Markterwartungen von 151,8 Millionen Dollar. Gleichzeitig wurde der Start der Neutron-Rakete auf Mitte 2026 verschoben, was am Markt kurzfristig für Abgabedruck sorgte. Grund für den Aufschub ist, dass keine Kompromisse bei der Qualität eingegangen werden, um einen erfolgreichen Launch zu gewährleisten.
Mit der Neutron-Rakete könnte Rocket Lab in den höchstlukrativen Markt für mittlere Nutzlasten („Medium-Lift“) aufsteigen und damit in direkte Konkurrenz zur Falcon-9-Rakete von SpaceX treten.
Jetzt noch bei Rocket Lab einsteigen?
Der Markt hat bereits sehr viel Positives im Aktienkurs eingepreist. Der Börsenwert von Rocket Lab liegt inzwischen bei 40 Milliarden Dollar, während der erwartete Umsatz für 2025 rund 600 Millionen Dollar beträgt. Daraus resultiert ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 67, während Gewinne weiterhin nicht in Sicht sind.
Trotz alledem traue ich Rocket Lab eine erfolgreiche Zukunft zu, da das Unternehmen enorm von der Kommerzialisierung des Weltalls profitieren wird. Anleger mit Weitblick und entsprechendem Risikobewusstsein können hier also weiter auf ihre Kosten kommen.
Beste Grüße,
Ihr Alexander Hirschler