Liebe Leserinnen und Leser,
während Tech-Aktien in den letzten Wochen spürbar unter Druck geraten sind, haben sich Aktien aus dem Finanzsektor äußerst robust präsentiert. Das gilt auch für das italienische Kreditinstitut Intesa Sanpaolo, dessen Börsenwert in diesem Jahr um fast 50 Prozent gestiegen ist. Doch was zeichnet die Aktie aus und wie viel Potenzial steckt jetzt noch in dem Bankentitel?
Solide Q3-Zahlen
Das Unternehmen zeichnet vor allem durch eine sehr solide operative Performance aus. Unterstrichen wurde dies einmal mehr durch die Zahlen zum dritten Quartal, auch wenn es infolgedessen zunächst einmal zu Abgaben kam. Intesa meldete eine starke finanzielle Leistung mit einem Nettogewinn von 2,04 Milliarden Euro.
Der Gewinn je Aktie verbesserte sich um 9 Prozent auf 0,132 Euro. Sehr beeindruckend ist auch die Eigenkapitalrendite der italienischen Großbank, die 20 Prozent beträgt. Zum Vergleich: Bei der Deutschen Bank lag diese zuletzt bei knapp 11 Prozent, bei der Commerzbank lediglich bei knapp 8 Prozent. Intesa Sanpaolo ist im europäischen Bankenvergleich mit dieser Kennzahl führend, was Ausdruck der hohen Profitabilität und Effizienz ist.
Die Kapitalbasis der Bank liegt mit einer CET1-Quote von 13,9 Prozent außerdem deutlich über den regulatorischen Anforderungen.
Prognose bestätigt – Geldregen für die Anleger
Für das Gesamtjahr kalkuliert die Bank weiterhin mit einem Nachsteuergewinn von über 9 Milliarden Euro. Dieser gewaltige Überschuss bildet die Grundlage für die angekündigte Gesamtausschüttung von etwa 8,3 Milliarden Euro an die Anteilseigner in diesem Jahr. Bereits Ende November sind 3,2 Milliarden Euro als Zwischendividende an die Aktionäre geflossen.
Im Oktober hatte die Bank das im Juni angelaufene Aktienrückkaufprogramm im Wert von 2 Milliarden Euro beendet. Sowohl über Aktienrückkäufe als auch über Dividenden werden Anleger also am Gewinn beteiligt. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei knapp 7 Prozent und kann sich damit absolut sehen lassen.
Diversifikation zahlt sich aus
In den ersten neuen Monaten legten die Provisionserträge und das Versicherungsgeschäft jeweils um rund 5 Prozent zu, während das Zinsgeschäft um knapp 7 Prozent zurückging. Mit der Diversifikationsstrategie gelingt es der Bank im aktuellen Marktumfeld aber sehr gut, trotz fallender Zinsen positive Erträge zu erwirtschaften.
Aufwärtstrend intakt
Nach einem Rücksetzer in der zweiten Novemberhälfte, auch infolge des Dividendenabschlags, geht es für die Aktie seit Ende des Monats wieder nach oben. Der langfristige Aufwärtstrend, der die Aktie seit Ende 2022 begleitet, ist ungebrochen. In dieser Zeit ist der Anteilsschein im Wert um 240 Prozent gestiegen.
Auf der Oberseite rücken nun die 6,00-Euro-Marke und das Allzeithoch aus dem Frühjahr 2007 bei 6,275 Euro in den Fokus. Angesichts der weiterhin attraktiven Bewertung der Aktie, die ein KGV von rund 10 aufweist, traue ich Intesa Sanpaolo neue Höchststände absolut zu.
Die Analysten der Royal Bank of Canada sehen den fairen Wert der Aktie sogar bei 7 Euro, was einem Upside-Potenzial von gut 20 Prozent entspricht.
Fazit: Eine attraktive Mischung
Intesa Sanpaolo zeigt eindrucksvoll, dass europäische Banken auch im aktuell anspruchsvollen Marktumfeld überzeugen können. Eine außergewöhnlich hohe Profitabilität, eine starke Kapitalbasis und eine attraktive, aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik machen die Aktie zu einem der solidesten Finanzwerte Europas.
Beste Grüße,
Ihr Alexander Hirschler