Liebe Leserinnen und Leser,
für die Aktie von Barrick Mining geht es nach einer vierwöchigen Konsolidierung seit Ende Oktober wieder sukzessive nach oben. Zuletzt hat die Rallye noch einmal an Fahrt aufgenommen. Die Zuwächse seit Jahresbeginn belaufen sich inzwischen auf über 170 Prozent. Was steckt hinter der Rallye und wie viel Potenzial hat die Aktie jetzt noch?
Goldrallye als Kurstreiber
Profitieren kann die Aktie in besonderem Maße von der Goldpreisrallye. Das gelbe Edelmetall ist im Wert seit Jahresbeginn um mehr als 60 Prozent gestiegen und zeigt damit eine deutliche Outperformance gegenüber den großen US-Indizes. Der S&P 500 notiert seit Jahresbeginn lediglich mit 16 Prozent im Plus und auch die Technologiewerte aus dem Nasdaq 100 schneiden mit gut 20 Prozent deutlich schwächer ab.
Die Rallye fußt dabei auf mehreren Faktoren: der schwache US-Dollar, geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten, die große Nachfrage seitens der Zentralbanken (allen voran aus China) und auch die hohe Verschuldung westlicher Staaten (v.a. der USA) machen Gold zu einem gefragten Asset.
Dazu profitiert der Goldpreis vom aktuellen Zinslockerungszyklus der US-Notenbank Fed. Sie hat die Zinsen zuletzt zweimal in Folge gesenkt und dürfte dies im Dezember ein drittes Mal tun. In einem Umfeld fallender Zinsen werden Edelmetalle attraktiver, da ihre Opportunitätskosten sinken.
Streit mit malischer Regierung beigelegt
Als einer der größten Goldbergbaukonzerne ist Barrick Mining prädestiniert, um von steigenden Goldpreisen in großem Stil zu profitieren. Lange Zeit wurde die Performance aber durch die Probleme in Mali ausgebremst. Dort hat sich der Konzern lange Zeit mit der herrschenden Militärregierung gestritten, da diese stärker an den Gewinnen von Barrick beteiligt werden wollte.
In Konsequenz führte dies zu einer vorübergehenden Stilllegung der aus Barricks Sicht so wichtigen Loulo-Gounkoto-Mine und letztlich auch zum Ausscheiden des langjährigen CEOs Mark Bristow. Doch zuletzt gab es die Meldung, dass der Streit beigelegt wurde und die Mine Anfang 2026 wieder in Betrieb gehen soll.
Fokus auf Nordamerika-Geschäft
Auch das verhalf der Aktie zu weiteren Gewinnen. Nach den negativen Erfahrungen will sich das Unternehmen in Zukunft dennoch stärker auf weniger riskante Jurisdiktionen konzentrieren – insbesondere auf die Aktivitäten in Nordamerika. Und um den Shareholder-Value für Aktionäre weiter zu steigern, erwägt der Konzern nun sogar einen IPO seiner Nordamerika-Tochter.
Sofern der Börsengang zustande kommt, würde Barrick aber nur einen Minderheitsanteil verkaufen und eine Mehrheitsbeteiligung behalten, genauso wie die übrigen globalen Kupfer- und Gold-Assets.
Dieser Schritt könnte eine Folge des Einstiegs von Elliott Management sein. Der aktivistische Investor war zuletzt mit 700 Millionen US$ bei Barrick eingestiegen und dürfte sich für wertschaffende Veränderungen stark machen.
Jetzt noch bei Barrick einsteigen?
Für mich bleibt Barrick Mining ein absolutes Basisinvestment im Rohstoffsektor und nach wie vor eine gute Möglichkeit, um von weiter steigenden Goldpreisen zu profitieren.
Fundamental gesehen ist die Aktie mit einem Forward-KGV (2026) von 11 weiterhin attraktiv bewertet. Dazu spricht die Charttechnik für weiter steigende Kurse, da alle wichtigen Widerstände durchlaufen wurden. Damit ist der Weg zu den alten Tops aus dem Jahr 2011 bei 55,95 Dollar eigentlich frei.
Beste Grüße,
Ihr Alexander Hirschler