Liebe Leserinnen und Leser,
die Aktie des US-Pharmakonzerns Eli Lilly legt seit Mitte August eine bemerkenswerte Rallye hin. Inzwischen belaufen sich die Kurszuwächse auf fast 70 Prozent. Mitte November gelang dem Wert erstmals der Sprung über die Marke von 1.000 Dollar. Was steckt hinter dem Kursaufschwung und was können Anleger jetzt noch erwarten?
Mounjaro und Zepbound als Kurstreiber
Eli Lilly hat den Kursaufschwung in erster Linie dem starken kommerziellen Erfolg seiner beiden wichtigsten Medikamente Mounjaro und Zepbound zu verdanken, die zur Behandlung von Diabetes Typ-2 und zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden.
Die Medikamente basieren auf dem Wirkstoff Tirzepatid, der im Jahr 2022 zugelassen wurde und den Diabetesmarkt aufgrund seiner dualen Wirkweise revolutioniert hat. Die starke Nachfrage nach Mounjaro und Zepbound hat dem US-Konzern im dritten Quartal zu einem Umsatzssprung von mehr als 50 Prozent auf 17,6 Milliarden Dollar verholfen. Die Blockbuster-Medikamente machten dabei mit 10,1 Milliarden Dollar mehr als 50 Prozent der Erlöse aus.
Das Unternehmen übertraf damit die Markterwartungen beim Umsatz. Gleiches gilt für die Ertragsseite. Hier hatten Analysten mit einem Gewinn je Aktie (Non-GAAP) von 5,69 Dollar gerechnet. Eli Lilly wies indes einen anteiligen Gewinn von 7,02 Dollar aus.
Weitere Pfeile im Köcher
Doch das Unternehmen ruht sich auf den Erfolgen nicht aus, sondern bereitet sich bereits auf eine große Nachfrage nach der Abnehmpille Orfoglipron vor. Sie könnte in den kommenden Monaten eine Zulassung durch die US-Arzneimittelzulassungsbehörde FDA erhalten.
An der Börse werden die Erfolge honoriert. Nicht nur mit dem Sprung über die psychologisch bedeutende Marke von 1.000 Dollar, sondern auch mit einem Durchbruch durch die Bewertungsschallmauer von einer 1 Billion Dollar. Damit hat Eli Lilly als erster Pharmakonzern ein solches Bewertungsniveau erreicht – ein Meilenstein, der eigentlich großen Tech-Konzernen vorbehalten zu sein schien.
Jetzt noch bei Eli Lilly einsteigen?
Der deutliche Kursanstieg wirft nun aber einige Bewertungsfragen auf, da Eli Lilly inzwischen mit einem für 2025 erwarteten KGV von knapp 40 und einem KUV von fast 16 bewertet wird. Zum Vergleich: der große Konkurrent Novo Nordisk, dessen Aktie in den vergangenen Monaten massiv gefallen ist, weist nur noch ein KGV von 13,5 und ein KUV von gut 3 für 2025 auf.
Hier könnte sich ein Einstieg für Anleger langfristig also höher rentieren als bei Eli Lilly. Zumal ein bewertungstechnischer Meilenstein wie das Erreichen der 1-Billion-Dollar-Marke oftmals Gewinnmitnahmen zur Folge hat.
Für Anleger bedeutet das: Wer auf Stabilität und Bewertungssicherheit setzt, sollte jetzt nicht blind in die Rekordhöhen springen. Wer aber an den langfristigen Wandel im Bereich Stoffwechseltherapien glaubt, findet in Lilly weiterhin einen der spannendsten Player. Um die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, wird es aber auch auf weitere Zulassungen ankommen.
Beste Grüße,
Ihr Alexander Hirschler