Liebe Leserinnen und Leser,
die Allianz-Aktie hat seit Jahresbeginn mehr als 22 Prozent zulegen können und schneidet damit besser ab als der Gesamtmarkt (DAX) mit einer YTD-Performance von rund 18 Prozent. Doch was zeichnet den Versicherungstitel aus und was können Anleger in Zukunft noch erwarten?
Operative Stärke
Der Münchener Versicherungskonzern punktet mit fundamentaler Stärke und großer operativer Stabilität. Das haben die jüngsten Quartalszahlen einmal mehr unterstrichen: Getrieben von einem starken Geschäft in der Schaden- und Unfallversicherung hat die Allianz in den ersten neun Monaten ein Gewinnplus verzeichnet.
Von Januar bis September legte das operative Ergebnis im Jahresvergleich um 10 Prozent auf 13,08 Milliarden Euro zu. Damit lag der Konzern um etwa 140 Millionen Euro über den eigenen Schätzungen.
Im Bereich Schaden- und Unfallversicherung lag das Ergebnisplus bei 15 Prozent – es trug mehr als die Hälfte zum operativen Konzerngewinn bei. Profitieren konnte die Allianz dabei von höheren Beiträgen als auch von ungewöhnlich niedrigen Katastrophenschäden in diesem Jahr.
Die Schaden-Kosten-Quote sank von 93,0 auf 91,6 Prozent, was positiv zu bewerten ist. Denn je niedriger die Quote, desto profitabler ist das Versicherungsgeschäft. Die Prämien reichen somit mehr als aus, um die Kosten und Schäden zu decken.
Das gesamte Versicherungsvolumen, das sowohl Versicherungsprämien als auch Provisionen aus der Vermögensverwaltung beinhaltet, stieg per Ende September um 8,5 Prozent auf 141,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente die Allianz 8,38 Milliarden Euro – 10,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Prognose angehoben
Aufgrund der starken Performance hat der Versicherer seine Jahresziele angehoben. Bislang hatte sich Finanzvorständin Claire-Marie Coste-Lepoutre vor diesem Schritt noch gescheut, doch nach einem erfreulichen dritten Quartal geht das Management nun davon aus, den operativen Gewinn in 2025 auf mindestens 17 Milliarden Euro zu steigern. Bislang lag die Spanne bei 15 bis 17 Milliarden Euro nach 16 Milliarden Euro im Jahr zuvor.
Die Zahlen kamen nicht nur an der Börse gut an, sondern auch bei den Analysten, die lobende Worte fanden und dem Unternehmen ein starkes Quartal attestierten.
So reagieren die Analysten
Während die UBS, Jefferies und JPMorgan trotzdem nur zum Halten raten, empfehlen die DZ Bank und die Privatbank Berenberg die Aktie zum Kauf. Die DZ Bank verzichtet auf ein konkretes Kursziel, bei Berenberg liegt dieses bei 430 Euro, was einer Upside von fast 19 Prozent entspricht.
Jetzt bei der Allianz einsteigen?
Für mich bleibt die Allianz, gerade in der aktuellen Marktphase, ein hochinteressantes Investment für Anleger, die auf der Suche nach Sicherheit und Stabilität sind. Fundamental gesehen ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 weiterhin sehr attraktiv bewertet. Dazu punktet der Titel mit einer mehr als ansehnlichen Dividendenrendite von fast 5 Prozent.
Die Aktie befindet sich zwar wie der Gesamtmarkt seit Mai in einer hartnäckigen Seitwärtsphase, ich gehe jedoch davon aus, dass diese schon bald zur Oberseite durchbrochen wird, was dem Wert auch in Bezug auf die Kursperformance Rückenwind geben dürfte.
Beste Grüße,
Ihr Alexander Hirschler