Liebe Leserinnen und Leser,
die Aktie des niederländischen Chip-Industrieausrüsters ASML hat sich in den vergangenen Wochen wieder kräftig erholt. Seit Anfang September zogen die Kurse um mehr als 30 Prozent an. Was sind die Gründe für diesen Kursaufschwung und ist damit der Turnaround geschafft?
Mistral-Beteiligung kommt gut an
Profitieren konnte der Anteilsschein zuletzt von einer Reihe an positiven Nachrichten. Ein Gamechanger für die Aktie war offensichtlich der Einstieg beim französischen KI-Startup-Unternehmen Mistral, in das der niederländische Chipanlagenbauer 1,5 Milliarden Dollar investiert hat.
Damit wurde ASML mit einer Beteiligung von 11 Prozent auf einen Schlag zum größten Aktionär von Mistral, das von Experten oftmals als Europas Antwort auf OpenAI und als nächster KI-Champion betrachtet wird. Mistral wurde bei seiner jüngsten Kapitalbeschaffung mit knapp 12 Milliarden Dollar bewertet.
Der Schritt wurde in Europa vielfach begrüßt und als Zeichen der digitalen Souveränität gegenüber US Big Tech verstanden. ASML stärkt damit seine Position als Innovationsführer im europäischen Tech- bzw. KI-Bereich.
Nvidia-Intel-Deal sorgt für Chip-Rallye
Doch das war nicht die einzige positive Nachricht. Auch der Milliardeneinstieg des KI-Pioniers Nvidia beim US-Chipkonzern Intel lässt die ASML-Aktionäre jubeln. Warum dem so ist? Weil ASML als Quasi-Monopolist im Bereich Lithographie-Maschinen alle großen Chipkonzerne beliefert und diese Schlüsselposition durch den Nvidia-Intel-Deal weiter gestärkt wird.
Letztlich läuft alles auf eine einfache Gleichung hinaus: Geht der KI-Boom weiter, wovon auszugehen ist, werden auch immer mehr Chips benötigt. Um diese KI-Halbleiter besonders leistungsstark und stromsparend zu machen, müssen sie mit winzigen Strukturen versehen werden, wozu nur die Maschinen von ASML in der Lage sind. Heißt im Klartext: Mehr Chips bedeutet auch mehr ASML-Anlagen.
Kursrückgang bot Kaufchancen
Auch wenn die Prognosen in jüngerer Vergangenheit den hohen Erwartungen nicht ganz gerecht geworden sind, hat sich an der überragenden Marktposition von ASML nichts geändert. Dementsprechend bot der Kursrückgang der vergangenen Wochen eine sehr gute Einstiegsgelegenheit.
Wer beim Tief von Anfang April eingestiegen ist, liegt mit seiner Position bereits mit über 60 Prozent im Plus. Das Chartbild hellt sich immer weiter auf. Gelingt dem Papier nun auch der Anstieg über das Retracement bei 825 Euro, wäre sogar ein Folgeanstieg zu den alten Rekordhochs bei 1.021,80 Euro möglich.
Die Analysten von Morgan Stanley setzen ebenfalls auf eine zyklische Erholung der Geschäfte und steigende Gewinnerwartungen und haben das Kursziel in einer frischen Studie von 600 auf 950 Euro angehoben.
Ich schließe mich der bullischen Analysteneinschätzung an und rechne ebenfalls mit weiter steigenden Kursen und einer wieder anziehenden Geschäftsdynamik.
Die Aktie bleibt für mich ein absolutes Basisinvestment im europäischen Tech-Sektor.
Beste Grüße,
Ihr Alexander Hirschler