Liebe Leserinnen und Leser,
die Aktie des Softwaregiganten SAP hat in den letzten Wochen deutlich Federn gelassen. Am vergangenen Dienstag sackte der Kurs um fast 7 Prozent ab, was den stärksten Tagesverlust seit 2020 bedeutete. Damit belaufen sich die Abschläge zum Rekordhoch aus dem Februar inzwischen auf fast 17 Prozent. Was steckt hinter dem Abverkauf? Und sollten Anleger den Rücksetzer zum Einstieg nutzen?
Quartalszahlen ohne Wow-Effekt
Zuletzt wurde der Aktienkurs durch gleich mehrere Faktoren belastet. Vor allem die nicht durchweg überzeugenden Quartalszahlen drückten auf die Stimmung. So hat das Unternehmen bei den Umsätzen und Gewinnen zwar abgeliefert, doch das Cloud-Wachstum konnte nicht restlos überzeugen und blieb hinter den hohen Erwartungen zurück.
Konkret stiegen die Cloud-Umsätze währungsbereinigt um 24 Prozent auf 5,13 Milliarden Euro, Analysten hatten jedoch etwas mehr erwartet. Gleiches gilt für den Auftragsbestand im Cloud-Geschäft: Dieser kletterte auf 18,1 Milliarden Euro, lag damit aber unter den Analystenprognosen von 18,5 Milliarden Euro.
Der Auftragsbestand gilt als wichtiger Indikator für zukünftiges Wachstum und dürfte sich laut Unternehmensangaben im weiteren Jahresverlauf leicht verlangsamen. Was den Anlegern ebenfalls nicht gefiel, war die Bestätigung der Jahresziele. Diese hatten gehofft, dass die Prognose angehoben wird.
KI-Sorgen drücken auf die Stimmung
Zusätzlich unter Druck geraten ist der Aktienkurs zuletzt durch aktuelle Marktbedenken, dass Künstliche Intelligenz zu einer Gefahr für Softwarefirmen werden könnte, da sie deren Arbeit obsolet mache. Geschürt wurden diese Ängste durch einen MarketWatch-Artikel mit dem Titel: KI frisst Software – und Adobe steht auf dem Speiseplan.
Anleger sollten sich davon jedoch nicht verrückt machen lassen. In meinen Augen wird KI die Dienste von SAP nicht infrage stellen, dazu ist der Burggraben der Walldorfer einfach viel zu groß. So setzt aktuell fast jedes dritte Unternehmen weltweit auf ERP-Systeme aus dem Hause SAP.
Dazu treibt der Konzern die Integration von KI in die eigenen Anwendungen weiter voran und sollte daher meines Erachtens sogar von der Technologie profitieren, nicht zuletzt durch die Beschleunigung von Prozessen, geringere operative Kosten sowie Effizienzsteigerungen.
Analysten heben den Daumen, ich auch
Unterstützung erhält die Aktie weiterhin von den Analysten, die sich zu großen Teilen für einen Kauf aussprechen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 286,25 Euro und impliziert ein Erholungspotenzial von über 20 Prozent.
Langfristig zeigt der Trend bei SAP klar nach oben. Und so bin ich zuversichtlich, dass auch der jüngste Rücksetzer bullisch gekontert und der übergeordnete Trend fortgesetzt wird. Für Anleger könnten sich damit auf dem aktuellen Kursniveau gute Einstiegschancen ergeben.
Beste Grüße,
Ihr Alexander Hirschler